Hoyerswerda
Nach dem Krieg war Hoyerswerda noch ein kleines Städtchen. Doch als für die Arbeiter des in der Nähe gelegenen, neuen Großkraftwerks "Schwarze Pumpe" und die umliegenden Tagebaue dringend Wohnungen gebraucht wurden, begann man in Hoyerswerda die „Zweite Sozialistische Stadt“ der DDR aufzubauen. Ein für das kleine Städtchen riesiger Neubaukomplex entstand.
Damals ging es um einen glücklich-machenden, nutzbringenden, höchst wichtigen Futterplatz, Lebensplatz, Arbeitsplatz. Für all jene eine Stadt, die einer Utopie Gestalt verleihen sollten. Nomaden der Arbeit blieben hier hängen und wurden hier zur Ruhe gebracht, durch Verlockung einer Zukunft, gekennzeichnet durch Arbeit und Geld in Hülle und Fülle; durch Verlockungen eines sozialistischen Familienidylls. Eines Lebens eng an eng zwar, doch niemals allein.
Heute regiert in Hoyerswerda der Bagger. Die „Zweite Sozialistische Stadt“ der DDR wird abgerissen. Die Jungen ziehen weg, die Alten bleiben. Beherbergte die Stadt zur Wende noch 69.000 Einwohner, sind es heute weniger als die Hälfte. In „Schwarze Pumpe“ arbeiteten 1990 noch 40.000 Werktätige, jetzt 3.000. Mit den ehemals so geliebten und komfortablen Plattenbauten verschwinden auch die steingewordenen Monumente einer Idee. Der Idee vom „Neuen Menschen“.

Der Abriss in der Hoyerswerdaer Neustadt
DIE HOYERSWERDSCHEN ..... von René Beder
DIE KÜNSTLERISCHE PRODUKTIONSGENOSSENSCHAFT "neue form"
..... von René Beder und Arielle Kohlschmidt
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