Oppeln/Opole


Praca w Holandii (ARBEIT IN HOLLAND)

von Arielle Kohlschmidt

 

 

In Oppeln/Opole in Oberschlesien gibt es kaum eine Straße ohne dieserart Schilder: Praca w Holandii: Arbeiten in Holland. Ist die Stadt auch Zentrum der deutschen Minderheit in Polen (es sollen immerhin noch etwa 800.000 Deutsche in Oberschlesien leben) so war dort zu meiner Überraschung weder ein deutsches Wort auf der Straße zu hören, noch gibt es irgendwelche Schilder in deutscher Sprache. Selbst die Rezeptionistin im größten Hotel der Stadt versteht - trotz der vielen deutschen Heimattouristen - kein Deutsch. Und der Fernseher, der einem beim ersten Betreten des Zimmers begrüßt, hat nur die Option Englisch parat.

Um in Holland oder Belgien zu arbeiten braucht man allerdings kein Deutsch zu können, sondern nur einen deutschen Pass. Und diesen Pass bekamen die, die eine deutsche Abstammung nachweisen konnten von Kanzler Kohl kurz nach der Wende. Was im ersten Moment wie ein riesiger Vorteil erscheinen mag, gerät für die Deutschen vor Ort zur Falle. Angelockt durchs schnelle Geld fährt die Jugend, sobald sie kann, den Sommer über nach Holland und Belgien arbeiten. Oberschlesien ist im Sommer männerleer. Viele Jahre vergehen auf diese Weise, bis sie irgendwann merken, dass die Arbeit für sie dort immer härter wird und sie keine Ausbildung haben, mit der sie auch zu Hause arbeiten könnten. Die Angehörigen der deutschen Minderheit bleiben die Dummen, als die sie bei den Polen ohnehin schon verschrien sind. Die Intelligenz nämlich, sagen die Polen, die ist schon mit den ersten Auswanderungswellen in den 60er und 70er Jahren nach West-Deutschland ausgereist.

 



"40 Männer gesucht für Maschinenbetrieb" "40 Stunden pro Woche garantiert", "6 Euro pro Stunde, Unterkunft gratis",

 

 

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